2016.09.15 Arbeitsumfeld, Bakterien und Endotoxine

Die häufigsten Bakterien in Kühlschmierstoffen

Die Tatsache, dass Bakterien in KSS gedeihen, ist nichts Neues, aber wachsen die Mikroorganismen tatsächlich in den Tanks? Und wie wirken sie sich auf die Gesundheit aus?

Über 300 verschiedene Arten von Bakterien wurden in Kühlschmierstoffen im Laufe der Jahre identifiziert. Einige häufiger als die andere. Infektionen bei Mitarbeitern in der Metallbearbeitung durch Mikroorganismen sind generell selten. Häufiger kommt es jedoch vor, dass durch die Bestandteile der Mikroorganismen und deren Metaboliten gesundheitliche Probleme entstehen.

Im Folgenden finden Sie eine Liste der häufigsten Mikroorganismen und deren Auswirkungen auf die Gesundheit.

Pseudomonas

Pseudomonas ist bei weitem die häufigste Gattung von Bakteriendie die in Kühlschmierstoffen gefunden werden. Mehr als 50% aller Bakterien, die in KSS wachsen gehören zu der Gattung Pseudomonas. Die am häufigsten vorkommenden Arten sind P. pseudoalcaligenes, P. aeruginosa, P. putida, P. oleovorans und P. stutzeri. Die meisten von ihnen sind opportunistische Erreger, das heißt, dass sie Infektionen bei Menschen mit beeinträchtigter Immunität hervorrufen können. Die Ausnahme ist, P. putida, die nach den meisten Quellen, als sicherer Mikroorganismus angesehen wird. Alle Spezies der Gattung Pseudomonas sind jedoch Gram-negativ, was bedeutet, dass sie in der Lage sind Endotoxine zu produzieren. Endotoxine haben die Aufmerksamkeit in den letzten Jahren auf sich gezogen, da angenommen wird, dass sie mit den Ausbruch von Atemwegsbeschwerden verbunden sein könnten, die in Branchen wie der Metallindustrie aufgetreten sind.

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Pseudomonas Quelle: Wikipedia

Mycobacterium

Mycobakterien,  M.chelonae, M. immunogenum und M. avium, sind häufig in Metallbearbeitungsflüssigkeiten zu finden. Mykobakterien sind ebenfalls opportunistische Erreger und sind vermutlich die Ursache für "Hypersensitivitätspneumonitis", bei Menschen, die Kühlschmierstoff Aerosolen ausgesetzt sind. Hypersensitivitätspneumonitis hat Symptome wie Fieber, Atemnot, trockener Husten und Muskel- und Gelenkprobleme, die innerhalb von ein paar Stunden der Exposition auftreten und etwa 24 Stunden dauern. Wiederholte Exposition kann chronische Beschwerden verursachen. Ein Grund, warum  Mykobakterien so häufig vorkommen ist, dass sie gegen die meisten Biozide resistent sind. Werden andere Bakterien in einem KSS mit Biozid vernichtet, entsteht für Mykobakterien eine einzigartige Chance, die vorherrschende Flora zu besiedeln.

Pilz

Pilze, wie Schimmel und Hefen, sind oft in Metallbearbeitungsflüssigkeiten. Die häufigsten Gattungen sind Fusarium, Exophiala, Trichoderma, Penicillium, Aspergillus, Cladosporium und Cepalosporium. Pilze weden mit der Entstehung von Hypersensitivitätspneumonitis, Asthma und andere Allergien in Verbindung gebracht.

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Hefepilz Quelle: Wikipedia

Stenotrophomonas

Stenotrophomonas sind Gram-negative Bakterien, die fähig sind Endotoxine zu produzieren und opportunistische Pathogene. S. maltophilia kann, bei wesentlich beeinträchtigter Immunität, tödliche Infektionen bei Patienten verursachen.

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Stenotrophomonas Quelle: Wikimedia

Brevundimonas

Brevundimonas sind Gram-negative Bakterien, die fähig sind Endotoxine zu produzieren. Ob sie auch pathogen sind wird viel diskutiert. B. diminuta sind die am häufigsten vorkommenden Bakterien in Flüssigkeiten bei der Metallbearbeitung.

Bazillus

B. subtilis und B. cereus sind hier die häufigsten Arten. Bacillus sind Gram-positive Bakterien, die nicht in der Lage sind Endotoxine zu produzieren. B. subtilis ist eine nicht-pathogene Bakterie während B. cereus  zum Beispiel eine Lebensmittelvergiftung verursachen kann.

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Bazillus Quelle: Wikipedia

 

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Caroline Sterneryd
Caroline Sterneryd

Som applikationsspecialist sysslar Caroline dagligen med frågor som rör skärvätskor, bakterier och UV. Hon är medlem i Processvätskecentrums Arbetsmiljö- och Hälsagrupp där hon ser till att hålla sig uppdaterad på biociders hälsoeffekter och den allt striktare EU-lagstiftningen. As an application specialist, Caroline is involved on a daily basis with questions that concern metalworking fluids, bacteria and UV. She is member of the Swedish Process Fluid Centre's work environment and health unit, where she makes sure to keep herself updated on biocides' health effects and the more strict EU legislation. Als Anwendungsspezialistin befasst sich Caroline täglich mit Fragen über KSS, Bakterien und UV. Sie ist Mitglied des schwedischen Zentrums für Prozessmedien in der Arbeitsumwelt. Ihre Aufgabe ist, sich über Biozidprodukte auf dem Laufenden zu halten. Sie aktualisiert die Erkenntnisse über deren Auswirkungen auf die Gesundheit und die Informationen über die aktuelle EU-Gesetzgebung.

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