2018.10.22 Biozide und Biostatika, Gesetzgebung, Arbeitsumfeld

Neue Klassifizierung für das Isothiazolinon MIT

Die EU-Kommission hat die Bewertung des Biozids 2-Methyl-2H-isothiazol-3-on (MIT) abgeschlossen und festgestellt, dass es äußerst allergen ist.

Am 4. Oktober 2018 veröffentlichte die Europäische Kommission ihre Entscheidung zur Bewertung des Isothiazolinons MIT. Ein Biozid, das auch in Kühlschmierstoffen verwendet wird. Ab dem 1. Mai 2020 wird MIT ab einer Konzentration von 0,0015% (15 ppm) in der 13. ATP CLP der Europäischen Kommission als allergen eingestuft.

Die Bewertung, wie allergisch das Isothiazolinon MIT ist, hat lange gedauert und viele Behörden waren daran beteiling. Die Entscheidung der Europäischen Kommission, dass das MIT extrem allergieauslösend ist, steht im Einklang mit der Empfehlung des ECHA-Ausschusses für Risikobewertung (RAC) vom März 2016.

Isothiazolinone sind eine Gruppe von Bioziden, die zum Beispiel in Make-up, Hygieneprodukten, Spülflüssigkeiten, Klebstoffen auf Wasserbasis und Farben verwendet werden. Vor 10-20 Jahren waren diese Biozide auch in Prozessflüssigkeiten in vielen Ländern üblich. Als Zusätze wurden sie oft unter dem Markennamen Kathon verkauft. Nach Berichten über eine erhöhte Häufigkeit von Kontaktallergien gegenüber Isothiazolinonen wurden sie jedoch in den meisten Branchen verboten und durch Formaldehydfreisetzer (Depot-Stoffe) ersetzt. Es scheint jedoch so, als würden die Isothiazolinone wieder in den Prozessfluidmarkt eintreten, da die Formaldehydfreisetzer als krebserregend eingestuft werden.

Gibt es Grund zur Sorge, könnte man sich fragen? Meiner Meinung nach ist die Antwort ein endgültiges JA.

In Finnland war der Anstieg der Fälle von Kontaktallergien gegenüber dem MIT so dramatisch, dass man von einer Epidemie spricht. Alle auf dem Markt erhältlichen Isothiazolinone zur Verwendung in Kühlschmierstoffen werden als mehr oder weniger allergen eingestuft. Für die zwei von sechs Isothiazolinonen, bei denen die Klassifizierung kürzlich bewertet und überarbeitet wurde, war die Beurteilung drastisch und mit sehr niedrigen spezifischen Konzentrationsgrenzen (15 ppm). Die verbleibenden vier Isothiazolinone werden höchstwahrscheinlich ein ähnliches Schicksal haben. Ein zusätzlicher und wichtiger Faktor ist, dass die Isothiazolinone, die nicht bereits eine niedrige Grenze haben, in Metallbearbeitungsflüssigkeiten in wirksamen (und möglicherweise allergenen) Konzentrationen (<100 ppm) vorhanden sein können, ohne dass sie auf dem Sicherheitsdatenblatt aufgeführt sein müssen. Wenn Sie mehr über Isothiazolinone erfahren möchten, lesen Sie meinen vorherigen Blogeintrag.

Wie wirkt sich das auf mich aus?

Jetzt ist es an der Zeit, Ihre Sicherheitsdatenblätter gründlich durchzulesen. Wenn ein Produkt, das Sie verwenden, Isothiazolinone enthält, sollten Sie versuchen, es durch ein anderes Produkt ohne diese Substanzen zu ersetzen oder Ihren Prozess so zu ändern, dass das Produkt nicht benötigt wird. Fragen Sie auch Ihren Lieferanten, ob sich in Ihrer Flüssigkeit Isothiazolinone befinden, auch wenn sie nicht im Sicherheitsdatenblatt aufgeführt sind.

Es ist nicht angemessen, MIT durch ein anderes Isothiazolinon zu ersetzen, da es wahrscheinlich ist, dass diese Substanzen bald ebenfalls, niedrigere Konzentrationsgrenzwerte erhalten werden.

Arbeiten mit allergieauslösenden Substanzen

Bei der Arbeit mit Produkten, die allergen sind, müssen dokumentierte Regeln aufgestellt werden:

  • Wo die Produkte genutzt werden
  • Welche Schutzmaßnahmen müssen angewendet werden, um die Belastung so gering wie möglich zu halten?
  • Muss eine persönliche Schutzausrüstung (PSA) verwendet werden und wie?
  • Kontrollieren Sie, ob die Ausrüstung und die Lüftung ordnungsgemäß funktionieren, um sicherzustellen, dass die Mitarbeiter keinen gefährlichen Konzentrationen des Stoffes ausgesetzt sind
  • Warnhinweise verwenden, wenn die allergenen Produkte offen gehandhabt werden. Die Schilder sind an der Tür der Einrichtung / des Zimmers anzubringen. Wenn keine Gefahr besteht, dass andere dem Stoff ausgesetzt werden oder mit ihm in Kontakt kommen können, sind keine Anzeichen erforderlich.

Personen, die mit allergenen Stoffen und Produkten arbeiten oder diese beaufsichtigen, müssen Informationen über die Risiken, die Art der Durchführung der Arbeiten und die zu ergreifenden Maßnahmen erhalten, um den Kontakt mit den Allergenen zu vermeiden.

Sicherheits-Checkliste

Wir haben eine Checkliste zusammengestellt, mit der Sie sehen, ob Ihre Abläufe sicher sind, und wo sich noch Lücken haben.

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Caroline Sterneryd
Caroline Sterneryd

Som applikationsspecialist sysslar Caroline dagligen med frågor som rör skärvätskor, bakterier och UV. Hon är medlem i Processvätskecentrums Arbetsmiljö- och Hälsagrupp där hon ser till att hålla sig uppdaterad på biociders hälsoeffekter och den allt striktare EU-lagstiftningen. As an application specialist, Caroline is involved on a daily basis with questions that concern metalworking fluids, bacteria and UV. She is member of the Swedish Process Fluid Centre's work environment and health unit, where she makes sure to keep herself updated on biocides' health effects and the more strict EU legislation. Als Anwendungsspezialistin befasst sich Caroline täglich mit Fragen über KSS, Bakterien und UV. Sie ist Mitglied des schwedischen Zentrums für Prozessmedien in der Arbeitsumwelt. Ihre Aufgabe ist, sich über Biozidprodukte auf dem Laufenden zu halten. Sie aktualisiert die Erkenntnisse über deren Auswirkungen auf die Gesundheit und die Informationen über die aktuelle EU-Gesetzgebung.

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